{"id":1633,"date":"2020-10-06T19:48:50","date_gmt":"2020-10-06T19:48:50","guid":{"rendered":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/?p=1633"},"modified":"2020-10-12T09:48:41","modified_gmt":"2020-10-12T09:48:41","slug":"russland-und-weissrussland-entwickeln-neue-hightech-cluster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/russland-und-weissrussland-entwickeln-neue-hightech-cluster\/","title":{"rendered":"Russland und Wei\u00dfrussland entwickeln neue Hightech-Cluster"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"background-color: #ffffff;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;border-width: 0px 0px 0px 0px;border-color:#eae9e9;border-style:solid;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start\" style=\"max-width:1216.8px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\" style=\"background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;padding: 0px 0px 0px 0px;\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p><strong>Moskau\/Bonn \u2013 Im sibirischen Krasnojarsk entsteht ein Hightech-Cluster nach Vorbild des Silicon Valley. Auch das belarussische Minsk will zum neuen IT-Mekka aufsteigen. Namhafte internationale Konzerne haben bereits Interesse bekundet.<\/strong><\/p>\n<p>Von Hans-J\u00fcrgen Wittmann und Kathleen Beger<\/p>\n<p>Ende Januar liegt die sibirische Stadt Krasnojarsk unter einer meterdicken Schicht aus Schnee und Eis. Das Thermometer f\u00e4llt bisweilen auf minus 27 Grad Celsius. Doch wer eisige Stille sucht, ist hier falsch: In der Metropole am Jenissej entsteht n\u00e4mlich ein digitales Tal \u2013 ein Prestigeprojekt f\u00fcr ganz Sibirien. Schon der Beginn des Projekts war besonders: Statt wie \u00fcblich einen Vertrag auf Papier zu unterzeichnen, hinterlie\u00dfen die Gr\u00fcnderv\u00e4ter der Entwicklungsgesellschaft Jenisejskaja Sibir und 30 weitere russische IT-Firmen ihren digitalen Handabdruck auf einem Bildschirm.<\/p>\n<h3>Im digitalen Tal entsteht eine Arena f\u00fcr virtuelle Realit\u00e4t<\/h3>\n<p>Ein B\u00fcrogeb\u00e4ude steht bereits, darin ist ein Datenverarbeitungszentrum untergebracht. Der Rest des Areals ist eine Baustelle: Dort entsteht beispielsweise die Wohnanlage Nowoostrowski, in der ab 2021 IT-Spezialisten unterkommen sollen. Auch die Vorbereitungen f\u00fcr den Bau des 36 Millionen Euro teuren Technoparks Renowazia, dem Herzst\u00fcck des Projekts, nehmen Fahrt auf. Im Jahr 2021 sollen die VR-Arena, eine Cyberplattform f\u00fcr virtuelle Realit\u00e4t, und bis 2023 das digitale Businesszentrum Liner f\u00fcr insgesamt 27,6 Millionen Euro entstehen.<\/p>\n<p>Vorbild des digitalen Tals ist das Silicon Valley im US-Bundesstaat Kalifornien. Das sibirische Hightech-Cluster ist Teil des umgerechnet rund 28 Milliarden Euro teuren Investmentprojekts Jenisejskaja Sibir. Damit will die russische Regierung die Wirtschaft der Region Krasnojarsk sowie der Republiken Chakassien und Tuwa modernisieren.<\/p>\n<h3>Der Fokus liegt auf Infrastruktur- und Industrieprojekten<\/h3>\n<p>Das digitale Tal soll die Entwicklung der Informationstechnologien in den Regionen zus\u00e4tzlich beschleunigen. Krasnojarsk k\u00f6nnte also schon bald ein gefragtes Zentrum f\u00fcr IT-Firmen sein. Und daf\u00fcr sorgen, dass die gesamte Region digitale Technologien st\u00e4rker nutzt und moderne Informationstechnologien in die Unternehmen Einzug halten. Die Entwicklungsgesellschaft bietet g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr ansiedlungswillige Unternehmen und IT-Spezialisten.<\/p>\n<p>Mehr als 40 Unternehmen haben bereits Interesse am digitalen Tal bekundet. Neben dem chinesischen IT-Giganten Huawei haben russische Softwareunternehmen wie Maxsoft, Atom oder Social Network ihr<br \/>\nEngagement zugesagt. Mit SAP beteiligt sich auch ein deutscher Konzern an dem Projekt und unterst\u00fctzt die Ausbildung von ITSpezialisten im Cluster. In einem Next-Gen Lab erhalten Lehrkr\u00e4fte und Studierende der Sibirischen F\u00f6deralen Universit\u00e4t Zugang zu SAP-L\u00f6sungen, um zu Themen wie maschinellem Lernen, Big Data, Internet der Dinge (IoT) sowie Smart Citys zu forschen und L\u00f6sungen zu entwickeln.<\/p>\n<h3>Belarus \u2013 ein digitaler Senkrechtstarter<\/h3>\n<p>Nicht nur das rund 6.000 Kilometer von Deutschland entfernt liegende Krasnojarsk entwickelt sich zum n\u00e4chsten Silicon Valley. Auch unmittelbar vor den Toren der Europ\u00e4ischen Union tut sich einiges, n\u00e4mlich im belarussischen Minsk. Die Hauptstadt befindet sich auf dem besten Weg zum neuen IT-Mekka. Bereits im Jahr 2005 entstand in der ehemaligen Sowjetrepublik der Hightechpark HTP.<\/p>\n<p>Damit will Belarus landesweit Unternehmen f\u00f6rdern, die Technologien f\u00fcr k\u00fcnstliche Intelligenz, autonome Fahrzeugsteuerung, Blockchain, Kryptow\u00e4hrungen und Mining sowie Produkte in den Bereichen Medizin- und Biotechnologie und E-Sport entwickeln. Ende Dezember 2019 waren 752 IT-Firmen im Hightechpark vertreten. Die meisten haben ihren Sitz im Gro\u00dfraum Minsk, einige kommen aus St\u00e4dten wie Brest, Gomel und Grodno. Allein im vergangenen Jahr haben sich mehr Unternehmen im Hightechpark angesiedelt als je zuvor.<\/p>\n<h3>Pr\u00e4sident Lukaschenka lockt Investoren mit Steuerverg\u00fcnstigungen<\/h3>\n<p>M\u00f6glich gemacht hat diese Entwicklung das sogenannte Dekret Nummer 8, das Pr\u00e4sident Aljaksandr Lukaschenka im Dezember 2017 erlassen hatte. Es lockt Ans\u00e4ssige des Hightechparks mit g\u00fcnstigen Lohnnebenkosten, einem reduzierten Einkommensteuersatz von neun Prozent sowie einer Befreiung von Umsatz- und Gewinnsteuer. Das scheint zu wirken: Zuletzt haben sich immer mehr junge Spezialisten selbstst\u00e4ndig gemacht und Startups gegr\u00fcndet.<\/p>\n<h3>Eigenproduktion statt Outsourcing<\/h3>\n<p>Kein Wunder also, dass die Informations- und Kommunikationstechnologiebranche inzwischen auf einen Anteil von 20 Prozent am Export von Dienstleistungen kommt \u2013 mit einem Gesamtwert von etwa 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2019. Schon jetzt tr\u00e4gt sie zu 5,5 Prozent an der Entstehung des Bruttoinlandsprodukts bei.<\/p>\n<p>Experten erwarten, dass sich dieser Anteil in den kommenden f\u00fcnf bis zehn Jahren mehr als verdoppeln wird. Es zeichnet sich n\u00e4mlich eine Trendwende ab: W\u00e4hrend Belarus einst vor allem f\u00fcr IT-Outsourcing bekannt war, entstehen mittlerweile immer mehr eigene Produkte im Land. So haben beispielsweise Onlinespiele wie World of Tanks und Apps wie MSQRD, Eightydays oder Flo hier ihren Ursprung. Das Land ist demnach in vielerlei Hinsicht interessant f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>\u201eIn Minsk gibt es eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Fachkr\u00e4ften.\u201c<\/p>\n<p><cite>Stephan Hoffmann, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der North IT Group<\/cite><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Einer, der diesen Schritt gewagt und ein Unternehmen in Belarus gegr\u00fcndet hat, ist Stephan Hoffmann, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der North IT Group. F\u00fcr ihn liegen die Vorteile auf der Hand: Steuerverg\u00fcnstigungen, niedrige Lohn- und Lohnnebenkosten, konzentriertes Know-how. \u201eIn Minsk gibt es eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Fachkr\u00e4ften\u201c, sagt Hoffmann.<\/p>\n<p>Positiv sch\u00e4tzt er auch das Prozedere der Unternehmensgr\u00fcndung und der Aufnahme in den Hightechpark ein. Verbesserungsbedarf sieht er allerdings im Bereich Buchhaltung, da sie sehr komplex ist und hohe Kosten verursacht. Auch Deutschland k\u00f6nnte Hoffmann zufolge von Konzepten wie dem Hightechpark profitieren: \u201eGerade f\u00fcr die strukturschwachen mitteldeutschen Regionen w\u00e4re das Modell eine Chance, um junge Fachkr\u00e4fte aus dem In- und Ausland anzuziehen und der Start-up-Szene neuen Schwung zu verleihen.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Artikel ist zuerst im <a href=\"http:\/\/www.gtai.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"GTAI (opens in a new tab)\">GTAI<\/a>-Magazin <a href=\"https:\/\/www.gtai.de\/resource\/blob\/233960\/7bddb1ae83e4693b1af7b239f32a1524\/download-markets-international-2020-02-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Markets International 3\/2020 (opens in a new tab)\">Markets International 3\/2020<\/a> erschienen.<\/p>\n<\/div><\/div><style type=\"text\/css\">.fusion-body .fusion-builder-column-0{width:100% !important;margin-top : 0px;margin-bottom : 20px;}.fusion-builder-column-0 > .fusion-column-wrapper {padding-top : 0px !important;padding-right : 0px !important;margin-right : 1.92%;padding-bottom : 0px !important;padding-left : 0px !important;margin-left : 1.92%;}@media only screen and (max-width:1024px) {.fusion-body .fusion-builder-column-0{width:100% !important;order : 0;}.fusion-builder-column-0 > .fusion-column-wrapper {margin-right : 1.92%;margin-left : 1.92%;}}@media only screen and (max-width:640px) {.fusion-body .fusion-builder-column-0{width:100% !important;order : 0;}.fusion-builder-column-0 > .fusion-column-wrapper {margin-right : 1.92%;margin-left : 1.92%;}}<\/style><\/div><\/div><style type=\"text\/css\">.fusion-body .fusion-flex-container.fusion-builder-row-1{ padding-top : 0px;margin-top : 0px;padding-right : 0px;padding-bottom : 0px;margin-bottom : 0px;padding-left : 0px;}<\/style><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":1657,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1633"}],"collection":[{"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1633"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1633\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1726,"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1633\/revisions\/1726"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1657"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zkm-ag.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}